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Wir lieben die Bibel und schätzen sie von Anfang bis Ende als das ewige, unveränderliche Wort Gottes. Sie berichtet über viele Dinge und hat doch ein Zentrum. Als der Herr Jesus und sein himmlischer Vater in Matthäus 16 ihr Geheimnis den Jüngern offenbarten, wurde klar, worauf das ganze Wort Gottes und das Wirken des Herrn Jesus hinzielt: Es geht um Christus und den Aufbau seiner Gemeinde, um die Wohnung Gottes unter den Menschen.

„Ihr aber, für wen haltet ihr mich?
Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.
Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht offenbart, sondern mein Vater, der in den Himmeln ist.
Und ich sage dir auch, du bist Petrus, und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Hades werden sie nicht überwältigen“ (Mt. 16:15-18).

Gott möchte unter (in) uns Menschen wohnen

Gott möchte unter den Menschen wohnen. Das war sein Wunsch von Anfang an, dazu hat er sich ein Volk ausersehen und ließ Mose damals alle Einzelheiten wissen, wie seine Wohnung, die Stiftshütte, aussehen sollte, die ihm dann sein Volk während seiner Wüstenwanderung aufrichtete:

„Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne. Nach allem, was ich dir zeige, nämlich dem Urbild der Wohnung und dem Urbild all ihrer Geräte, danach sollt ihr es machen“ (2.Mose 25:8-9).

Später, im guten Land baute der König Salomo einen herrlichen Tempel, doch wegen des Ungehorsams und Götzendienstes in seinem Volk ließ Gott dieses Gebäude und Jerusalem zerstören und viele Isrealiten in eine 70-jährige Gefangenschaft nach Babylon führen. Schließlich ließ er den Perserkönig Kyros in seinem ganzen Reich verkündigen:

„Wer immer unter euch von seinem Volk ist, mit dem sei sein Gott, und er ziehe hinauf nach Jerusalem, das in Juda ist, und baue das Haus des Herrn, des Gottes Israel! Er ist der Gott, der in Jerusalem ist ... Da machten sich die Familienoberhäupter von Juda und Benjamin auf und die Priester und die Leviten, jeder, dessen Geist Gott erweckte, hinaufzuziehen, um das Haus des Herrn in Jerusalem zu bauen“ (Esra 1:3-5).

So wurde der Tempel wieder aufgebaut trotz vieler äußerer und innerer Schwierigkeiten, wie es in den Geschichtsbüchern Esra und Nehemia und in den Propheten Haggai, Sacharja und Maleachi berichtet wird.

Dann kam Jesus Christus, der erste Mensch, in dem Gott wohnte. Eines Tages weissagte er angesichts des durch Herodes prächtig erweiterten Tempels über seinen eigenen Leib:

„Zerstört diesen Tempel, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten (Joh. 2:19).

Er wurde am Kreuz getötet, an dem er auch unsere Sünde sühnte, stand am dritten Tag von den Toten auf und blies seinen Geist in die Jünger hinein. Von da ab empfing jeder Mensch, der Buße tat, an ihn glaubte und sich taufen ließ, den Heiligen Geist, und die Gemeinde in Jerusalem entstand. Jetzt wohnte Gott nicht nur unter den Gläubigen, sondern durch seinen Geist auch in ihnen.

Die Gemeinde ist heute das Haus des lebendigen Gottes:

„damit du weißt ... wie man wandeln soll im Hause Gottes, welches die Gemeinde des lebendigen Gottes ist, die Säule und Grundfeste der Wahrheit"  (1.Tim. 3:15).

und wird in Ewigkeit Gottes Wohnung sein:

„Und ich sah die Heilige Stadt, das Neue Jerusalem, aus dem Himmel von Gott herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut ihrem Mann.
Und ich hörte eine große Stimme aus dem Thron, die sprach: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen zelten und sie werden seine Völker sein und Gott selbst wird mit ihnen sein“
(Offb. 21:2-3).

Alle Christen sind Steine für den Aufbau der Gemeinde

Eigentlich hat kein Christ die Wahl, wir sind alle nach 1.Petrus 2:5 lebendige Steine zum Aufbau seines Hauses. Unser irdisches Leben hatte, als wir noch nicht gerettet waren, keinen Sinn. Nun sind wir gerettet, aber wofür? Ich war bereits 10 Jahre Christ, aber ich empfand mein Glaubensleben als ziemlich armselig, war immer suchend und nie zufrieden. Dann kam ich in die Gemeinde und fand den Sinn meines Christseins. Das stimmt mit der Schrift überein. Wir sind nicht nur für ein individuelles Christsein errettet, sondern für die Gemeinde, um an seinem Haus mitzubauen. Hier sind wir so zahlreich versammelt, und ich bin überzeugt, ihr alle seid entschieden, an seinem Haus mitzubauen; aber manchmal muss der Herr uns wieder neu Licht über seinen Willen und Vorsatz geben: „Ich will meine Gemeinde bauen“. Und er sucht solche, die sich für seinen Aufbau erwecken lassen, denn ohne Menschen kann der Herr nicht bauen. Doch ohne ihn können auch wir nicht bauen, d.h. wir bauen mit, jedoch in enger Beziehung zu ihm.

Es gibt heute tausend „Gemeinden“, der Name Gemeinde ist nicht geschützt, aber der Herr will seine Gemeinde bauen, d.h. nicht nur, dass sie von ihm gebaut und geleitet wird, sondern er baut sie, indem er sie mit seinem Wesen füllt. Seine Gemeinde ist sein Leib, sie ist Teil von ihm und trägt sein Wesen. Willst du mit ihm seine Gemeinde bauen? Dann sage es dem Herrn: Ich will mit dir bauen, ich will nichts außerhalb von dir bauen! Lass alles durch ihn geschehen, und das sieht dann auch sehr praktisch aus.  Es betrifft unseren Alltag, das Berufsleben, das Familienleben und sonstige Beziehungen. Lass dich vom Herrn verändern zum Aufbau seiner Gemeinde! Er macht es, er braucht nur willige Leute.

(Aus der Winterkonferenz 2017)